Stuttgart, 29. September, 2026 – Eine neue KI-Studie von GFT Technologies, einem globalen, KI-zentrierten Unternehmen für digitale Transformation, zeigt: Veraltete IT-Infrastrukturen zählen zu den größten Hindernissen für den erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen. Die große Mehrheit der befragten Technologieverantwortlichen gibt an, dass Legacy-Systeme bereits dazu geführt haben, KI-Initiativen vollständig einzustellen.
Für die GFT Studie befragte Wakefield Research 945 CIOs und CTOs aus 19 Ländern in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar. Die Befragung fand vom 11. bis 31. August 2026 statt. Die Ergebnisse zeigen: Mit den Möglichkeiten von KI wachsen gleichzeitig auch die Risiken. Veraltete IT-Infrastrukturen bremsen KI-Initiativen, während Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen zunehmen. Geopolitische und regulatorische Unsicherheiten beeinflussen die Auswahl von Technologieanbietern. Gleichzeitig wächst das Misstrauen gegenüber der Kommunikation von Unternehmen zu KI-bedingten Personalentscheidungen. Auch der persönliche Druck auf Technologieverantwortliche, die den erfolgreichen Einsatz von KI sicherstellen müssen, nimmt zu.
„Die Einführung von KI schreitet schnell voran. Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen zunehmend erkennen, wie entscheidend die technologische Basis dafür ist. Für viele Organisationen wird ihre bestehende IT-Infrastruktur zu einer echten Einschränkung, nicht nur für Innovation, sondern auch für Sicherheit und Skalierbarkeit. Die Lücke zwischen KI-Ambitionen und technologischer Reife zu schließen, ist entscheidend. Nur so lässt sich aus KI-Investitionen nachhaltiger Geschäftswert schaffen“, sagt Marco Santos, Global CEO von GFT Technologies.
„Legacy-Systeme sind nicht nur eine technologische Herausforderung. In ihnen steckt häufig geschäftskritisches Wissen, das Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut haben. Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, bestehende Systeme einfach zu ersetzen, sondern dieses Wissen zu erschließen und auf eine moderne technologische Grundlage zu übertragen. Genau das schafft die Basis, um KI langfristig und skalierbar einzusetzen“, sagt Peter Buhrmann, CEO von GFT Technologies Deutschland.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Legacy-Systeme bremsen KI aus
Die Befragten sehen veraltete Systeme als wesentliches Hindernis für den Fortschritt bei KI und als ernsthaftes Sicherheitsrisiko.
- 84 Prozent geben an, dass Einschränkungen ihrer Altsysteme bereits dazu geführt haben, dass ihr Unternehmen ein KI-Pilotprojekt oder ein KI-Projekt eingestellt hat.
- 93 Prozent sind überzeugt, dass der Einsatz von KI auf veralteten Infrastrukturen ohne vorherige Modernisierung langfristig eine unternehmensweite Sicherheitskrise auslösen wird.
KI-Investitionen wachsen schneller als der realistisch erzielbare Nutzen
Technologieverantwortliche befürchten, dass die Investitionen in KI den tatsächlich erzielbaren Mehrwert übersteigen könnten. Dies könnte auf die Entstehung einer „KI-Blase“ hindeuten.
- 89 Prozent sind besorgt, dass die weltweiten Investitionen in KI schneller wachsen könnten als der Geschäftswert, den die Technologie realistischerweise liefern kann.
Geopolitische Unsicherheiten verändern die Anbieterstrategie
Jüngste Einschränkungen beim Zugang zu KI-Modellen führen dazu, dass Unternehmen grundlegend überdenken, von welchen Anbietern sie KI-Technologien beziehen. Die jüngsten Spannungen in den USA haben diese Risiken besonders deutlich gemacht. Ihre Auswirkungen reichen jedoch weit über einen einzelnen Markt hinaus.
- 99 Prozent geben an, dass mögliche staatliche Einschränkungen beim Zugang zu KI die Bedeutung einer Strategie erhöhen, die nicht von einem einzigen KI-Anbieter abhängig ist. Hintergrund ist der Konflikt der US-Regierung mit Anthropic über den Zugang zu dessen Modellen Mythos und Fable Anfang dieses Jahres.
- Vor diesem Hintergrund tendieren inzwischen 42 Prozent der Befragten dazu, KI-Infrastruktur intern aufzubauen, anstatt sie von externen Anbietern zu beziehen.
Skepsis gegenüber KI als Begründung für Personalentscheidungen
Technologieverantwortliche widersprechen zunehmend der Darstellung, dass KI allein die jüngsten Veränderungen in der Arbeitswelt erklärt.
- 91 Prozent sind der Ansicht, dass einige börsennotierte Unternehmen KI als Begründung für Personalentscheidungen anführen, die in erster Linie darauf abzielen, den Aktienkurs zu steigern.
Persönliches Risiko für Technologieverantwortliche steigt
Mit der zunehmenden Skalierung von KI wächst bei CIOs und CTOs die Sorge, persönlich für Fehlentscheidungen und deren Folgen verantwortlich gemacht zu werden.
- 89 Prozent befürchten, dass eine falsche Personalentscheidung im Zuge der Skalierung von KI ihren eigenen Arbeitsplatz gefährden könnte.
- Nur 20 Prozent geben an, dass die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung und des Vorstands beziehungsweise Aufsichtsrats die Sicherheitsrisiken beim Einsatz von KI auf Legacy-Systemen vollständig verstehen.
Was die Daten zeigen
Die Studie von GFT weist auf eine wachsende KI-Implementierungslücke hin. Während Unternehmen die Einführung von KI weiter beschleunigen, skalieren viele Unternehmen die Technologie schneller, als ihre bestehende Infrastruktur es zulässt. Legacy-Systeme führen wiederholt dazu, dass KI-Projekte scheitern. Die Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern macht KI-Roadmaps anfällig für externe Faktoren, die Unternehmen nicht selbst kontrollieren können. Gleichzeitig tragen Technologieverantwortliche zunehmend die persönlichen und beruflichen Konsequenzen, wenn die Umsetzung nicht wie geplant gelingt.
Trotz dieser Herausforderungen beschleunigt sich die Einführung von KI weiter. Unternehmen, die bereits einen konkreten Mehrwert durch KI erzielen, sehen darin das Ergebnis gezielter Investitionen in ihre technologischen und organisatorischen Grundlagen. Sie behandeln KI nicht als zusätzliche Technologieschicht auf Infrastrukturen, Governance-Strukturen und Personalstrategien, die für eine andere Zeit entwickelt wurden.
Die Ergebnisse zeigen eine klare Priorität für Unternehmen, die ihre KI-Implementierungslücke schließen wollen: Sie müssen die Voraussetzungen schaffen, um KI sicher und nachhaltig skalieren zu können. Dazu gehören die Modernisierung bestehender IT-Landschaften, eine stärkere Governance, das gezielte Management technologischer Abhängigkeiten sowie die Abstimmung der KI-Einführung mit der übergeordneten Geschäfts- und Personalstrategie.
„Der Druck, mit KI schnell Ergebnisse zu liefern, ist real. Wer jedoch schneller voranschreitet, als es die eigene Infrastruktur erlaubt, verlagert die Risiken lediglich nach hinten. Wer jedoch zuerst das richtige Fundament schafft, kann den Mehrwert und die Geschwindigkeit, die KI ermöglicht, anschließend nachhaltig und skalierbar realisieren“, sagt Santos.
Methodik
Die GFT Studie wurde von Wakefield Research unter 945 CIOs und CTOs aus 19 Ländern durchgeführt. Befragt wurden Führungskräfte aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar. Die Befragung fand zwischen dem 11. und 31. August 2026 über Einladungen per E-Mail und eine Online-Umfrage statt.
Die Ergebnisse jeder Stichprobe unterliegen statistischen Schwankungen. Deren Größenordnung ist messbar und hängt von der Anzahl der Interviews sowie von der Höhe der in den Ergebnissen ausgewiesenen Prozentwerte ab. Für die im Rahmen dieser Studie durchgeführten Interviews liegt die Wahrscheinlichkeit bei 95 Prozent, dass ein Umfrageergebnis auf globaler Ebene um nicht mehr als plus oder minus 3,2 Prozentpunkte von dem Ergebnis abweicht, das bei einer Befragung aller Personen der durch die Stichprobe repräsentierten Grundgesamtheit erzielt worden wäre.