06.02.2026

Modulare KI für komplexe Systeme: AI Co-Engineering in der Antriebskonfiguration

Wie spezialisierte KI-Dienste den Engineering-Prozess im Maschinen- und Fahrzeugbau transformieren
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Jonathan Gross
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Digitale Transformation
KI
Fertigungs- und Automobilindustrie
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Die Entwicklung und Konfiguration von Antriebssystemen im industriellen Umfeld ist ein hochkomplexer Prozess mit tausenden potenziellen Varianten. Der klassische Ansatz mit manuellen Abläufen und intransparenten Entscheidungswegen stößt dabei an seine Grenzen. Der Blogbeitrag zeigt auf, wie das Konzept des AI Co-Engineering eine zukunftsfähige Lösung darstellt und wie Unternehmen aus dem Fertigungs- und Automobilsektor damit technische, regulatorische und organisatorische Herausforderungen effizienter bewältigen können.

Powertrain-Konfiguration: Vom Bauteil zur Variantenvielfalt

In der industriellen Realität ist ein Antriebsstrang weit mehr als ein Produkt – er ist ein komplexes, mehrdimensionales System. Kombiniert man Komponenten wie Motor, Getriebe, Achsen, Batteriepacks, Steuerungssysteme oder Kühleinheiten, entstehen zehntausende mögliche Varianten. Hinzu kommen hochindividuelle Kundenanforderungen basierend auf: 

  • Einsatzregion und Topografie 

  • Lastprofil und Fahrzyklen 

  • Gesetzgebung und Normen 

  • Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur 

  • Energiepreise und CO₂-Ziele 

 

Diese Variabilität erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine hohe Agilität im Umgang mit sich verändernden Rahmenbedingungen. Der heutige Entwicklungsprozess ist jedoch häufig: 

  • manuell geprägt 

  • zeitaufwendig 

  • von Wissensträgern abhängig 

  • in Silos organisiert 

Die Entscheidungslogik steckt nicht selten in Excel-Tabellen oder dem Kopf einzelner Experten – ein massives Risiko in Zeiten von Fachkräftemangel und wachsender Variantenvielfalt. 

Warum herkömmliche KI-Ansätze scheitern

Die Idee, diese Komplexität durch eine zentrale künstliche Intelligenz zu bewältigen, liegt nahe, doch sie scheitert oft an der Realität. Ein monolithischer KI-Ansatz kann typischerweise nicht: 

  • mit der Datenvielfalt umgehen 

  • alle Schnittstellen abdecken 

  • nachvollziehbare und wartbare Ergebnisse liefern 

Die Lösung liegt nicht in einer Alleskönner-KI, sondern im modularen Ansatz: Jedes Teilproblem wird durch eine spezialisierte, auf den Kontext abgestimmte KI behandelt. Dieser Denkansatz bildet das Fundament von AI Co-Engineering. 

AI Co-Engineering: Der modulare Ansatz für industrielle Intelligenz

Statt auf eine allumfassende künstliche Intelligenz zu setzen, fokussiert sich AI Co-Engineering auf eine prozessnahe und aufgabenspezifische Anwendung von KI-Modulen. Der Gesamtprozess wird in drei essenzielle Phasen unterteilt: 

 

Anfrage & Spezifikation: Requirement Extraction 

Ein digitaler Kundenkontakt beginnt typischerweise mit einer informellen Anfrage wie: 

„Ich bin Bushersteller und brauche einen Motor für den südamerikanischen Markt.“ 

Ein KI-gestützter Frontend-Service extrahiert automatisch relevante Informationen: 

  • Kundentyp: OEM 

  • Zielmarkt: Südamerika 

  • Produkterwartung: Motorkonfiguration 

Das Anliegen wird klar strukturiert in der Datenbank erfasst mit Tags für Typisierung, Priorisierung und Weiterverarbeitung. 

 

Technische Prüfung: AI-Enhanced Engineering 

Einfache technische Rückfragen können KI-basiert direkt beantwortet werden, etwa: 

„Wie hoch ist der Anzugsmoment der Zylinderkopfschrauben?“ 

„Wie oft sollte das Öl gewechselt werden?“ 

Die KI greift auf strukturierte Betriebsdokumentationen zu und verwendet RAG-basierte Systeme (Retrieval-Augmented Generation), um konsistente Antworten zu generieren. Komplexe Fälle werden vorqualifiziert und effizient an die zuständigen Ingenieure weitergegeben – oft mit direktem Vergleich ähnlicher Projekte oder Anforderungen. 

 

Regulatorik-Check: AI-Enhanced Regulatory Matching 

Ein zentraler Bestandteil in der Produktentwicklung ist die regulatorische Konformität. Ein KI-Service überprüft: 

  • ob ein Produkt im Zielmarkt zulässig ist (z. B. Emissionsnormen) 

  • welche technischen Anpassungen erforderlich sind (z. B. im Abgasstrang) 

  • welche Dokumente für eine Neuzulassung benötigt werden 

Fehlende Informationen können durch automatisiertes Web Crawling ergänzt werden, was eine enorme Zeitersparnis für die Zulassungsabteilungen ermöglicht. 

Zusammenspiel von Mensch und Maschine: Das neue Engineering-Paradigma

KI funktioniert nur, wenn sie spezifisch denkt – die menschliche Expertise bleibt im Zentrum und die KI liefert Geschwindigkeit, Präzision und Struktur. Engineering-Teams können sich auf komplexe Entscheidungen konzentrieren, während wiederkehrende Aufgaben automatisiert werden. 

Die modulare Struktur erlaubt: 

  • hohe Skalierbarkeit 

  • Transparenz der Entscheidungslogik 

  • schnelle Reaktionszeiten 

  • gesteigerte Wiederverwendbarkeit von Engineering-Wissen 

Fazit: KI als Werkzeugkasten, nicht als Blackbox

Der Erfolg von KI im industriellen Engineering hängt maßgeblich vom richtigen Architekturprinzip ab. AI Co-Engineering liefert hier einen belastbaren Rahmen, der sowohl bestehende Prozesse digitalisiert als auch Raum für Innovation schafft: 

  • Fokus auf domänenspezifische Teilprobleme 

  • schnelle Integration in bestehende Systeme 

  • Erhalt menschlicher Kontrolle 

Für Unternehmen im Maschinen- und Fahrzeugbau ergibt sich daraus ein klarer Wettbewerbsvorteil: Schneller reagieren, effizienter entwickeln, regulatorisch abgesichert agieren. 

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Jonathan Gross

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