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Banking Communities – Internetangebote sind Risiko und Chance zugleich
Die Bankenlandschaft war lange Zeit von den klassischen Filialbanken geprägt. Die Spielregeln dafür bestimmten die traditionellen Kreditanstalten: Banken und Sparkassen. Die Direktbanken läuteten einen ersten kleinen Wandel ein. Erstmals boten Geldinstitute ihre Dienstleistungen und Bankgeschäfte über das Internet an. Der Verzicht auf ein Filialnetz war eine Neuerung in der Bankenwelt, die sich mittlerweile etabliert hat. Inzwischen gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe verschiedenster Online-Modelle, die mit dem klassischen Banking wenig zu tun haben: Banking Communities, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen um die Aufmerksamkeit von Bankkunden werben. So entstehen immer mehr Portale für die Vermittlung von Krediten – oft an den etablierten Strukturen vorbei. Beim Peer-to-Peer-Lending beispielsweise verleihen Privatleute Geld an Gründer mit einer Erfolg versprechenden Idee. Weemba, Smava und Smartypig sind erste Anbieter dieses Konzepts. Andere Portale konzentrieren sich etwa auf die private Vermögens- und Ausgabenverwaltung. Dabei vergleicht man beispielsweise auf Seiten wie Bundle.com seine Ausgaben und überwacht Budgets oder tauscht auf MyPrivateBanking.com Informationen zur eigenen Anlagestrategie aus. Die Bindung an ein bestimmtes Geldinstitut ist auf solchen Social Networks eher locker. Banken können jedoch als Transaktionspartner dieser Plattformen die Abwicklung von Zahlungsvorgängen und Zwischenfinanzierungen übernehmen und somit – ohne direkt sichtbar zu sein – von dem neuen Trend profitieren. Sie stehen aber auch hier in Konkurrenz zu Online-Bezahldiensten wie PayPal, die diese Dienstleistung ebenfalls erbringen.

Die Spezialisierung auf eine bestimmte Zielgruppe mit einem gemeinsamen Anliegen ist ein weiteres Merkmal und Teil der Geschäftsstrategie vieler dieser Angebote. In der Small Business Community der Bank of America beispielsweise drehen sich die Chats und Forumsdiskussionen um Finanzierungsthemen von Kleinunternehmen. Auf dem Open-Talent-Portal der spanischen BBVA wiederum können die Besucher über vielversprechende Geschäftsideen abstimmen, die anschließend gefördert werden.

Diese Beispiele zeigen, dass Banken ihr klassisches Geschäftsmodell erweitern müssen. Neue Formen des Banking und offene, freie Communities stellen eine deutliche Herausforderung für das etablierte Bankensystem dar. Gleichwohl hat dieses nach wie vor einen hohen Stellenwert. Kompetenz, Erfahrung und Sicherheit sind nur einige der Punkte, die klassische Finanzinstitute in eigene, moderne Online-Angebote einbringen könnten.

Dazu gehört allerdings auch, sich für den Dialog mit den Besuchern dieser Seiten zu öffnen. Empfiehlt die Community einhellig die Produkte eines Mitbewerbers, gilt es, mit Souveränität zu reagieren und Engagement in die Weiterentwicklung des eigenen Leistungsportfolios zu stecken. Wer sich dadurch in der Web 2.0-Welt als ehrlicher und zuverlässiger Partner des Kunden positioniert, kann im Gegenzug von erheblichem Wachstum und einer gestärkten Kundenbindung profitieren.
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