04.02.2026

Angemessenheitsbeschluss zwischen der EU und Brasilien: Weichenstellung für verantwortungsvolle KI

Wie die Rechtsangleichung zwischen der EU und Brasilien verantwortungsvolle KI voranbringt – mit starkem Datenschutz, verlässlicher Governance und internationaler Skalierbarkeit.
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Ernst-Oliver Wilhelm
Chief Privacy Officer
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Angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten und regulatorischer Fragmentierung haben die Europäische Union und Brasilien einen wichtigen Schritt unternommen, um das digitale Vertrauen zu stärken.

Mit der offiziellen gegenseitigen Anerkennung eines angemessenen Datenschutzniveaus haben die EU und Brasilien den weltweit größten Raum für freien und sicheren Datenverkehr geschaffen. Davon profitieren über 670 Millionen Verbraucher. Zugleich ermöglicht dies Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen einen nahtlosen, rechtssicheren Datenaustausch.

Ich sehe darin einen entscheidenden Wendepunkt in der globalen Entwicklung der datengetriebenen Wirtschaft: Das EU-Brasilien-Angemessenheitsabkommen wird den Umgang mit Datenschutzrisiken grundlegend verändern – und damit auch die Art und Weise, wie Organisationen datengetriebene Systeme insgesamt sowie insbesondere im Bereich Cloud Computing und Künstliche Intelligenz aufbauen und skalieren.

Ernst-Oliver Wilhelm
Datenschutzbeauftragter, GFT Technologies

Ein stabiles Fundament für verantwortungsvolle KI

Bei GFT betrachten wir rechtliche und ethische Standards in der KI nicht als Hemmnis für Innovation, sondern – im Sinne eines risikobasierten Ansatzes – als Grundlage für Vertrauen, Resilienz und nachhaltige Wertschöpfung. Diese Überzeugung zeigt sich in unserem frühzeitigen Engagement für den EU AI Pact sowie in unserem umfassenden Ansatz für eine verantwortungsvolle KI-Governance.

Verantwortungsvolle KI erfordert einen wirksamen Schutz personenbezogener Daten und der Grundrechte. Die Angemessenheitsbeschlüsse bestätigen, dass sowohl die EU-DSGVO als auch das brasilianische Datenschutzgesetz LGPD ein im Wesentlichen gleichwertiges Schutzniveau gewährleisten.

Für Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, hat dies direkte Auswirkungen: Personenbezogene Daten, die zum Trainieren, Testen oder Validieren von KI-Modellen verwendet werden, können nun ohne zusätzliche Mechanismen für die grenzüberschreitende Datenübermittlung zwischen der EU und Brasilien ausgetauscht werden.

Zwar bleiben hohe Anforderungen an Governance, Transparenz und Risikomanagement bestehen, doch es entfällt eine wesentliche administrative Hürde. So eröffnen sich neue Möglichkeiten, datengestützte Systeme verantwortungsvoll zu entwickeln und skalierbar zu gestalten.

Brasiliens strategische Position als Hebel zur Risikominimierung

EU-Kommissar Michael McGrath betonte, dass Brasilien einen "robusten Rahmen für den Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten geschaffen hat, der fest im Schutz der Grundrechte verankert ist."

Das Abkommen stärkt den digitalen Handel, unterstützt Unternehmen jeder Größe und setzt einen globalen Maßstab: Es zeigt, dass starker Datenschutz mit Innovation und Wachstum vereinbar ist.

Brasilien bietet europäischen Unternehmen eine technologisch fortschrittliche, zeitzonen-kompatible Nearshore-Umgebung. Dank des Angemessenheitsbeschlusses kann das Land nun als rechtssichere Erweiterung europäischer Daten- und KI-Aktivitäten genutzt werden – ohne die erhöhten Übertragungsrisiken, die bei vielen anderen globalen Standorten bestehen.

Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung, starker lokaler Präsenz und kontinuierlichen Investitionen ist GFT in Brasilien strategisch hervorragend aufgestellt, um Kunden bei der sicheren Navigation durch dieses neue regulatorische Umfeld zu unterstützen.

Was sich für Unternehmen jetzt ändert

Das Angemessenheitsabkommen zwischen der EU und Brasilien bietet Unternehmen, die in beiden Regionen tätig sind, greifbare Vorteile:

  • Geringeres regulatorisches Risiko: Die Nutzung von Verarbeitungslösungen, die den anerkannten Datenschutzstandards der EU entsprechen, verkürzt Prüfzyklen und beschleunigt die Einführung von KI-gestützten und datenbasierten Anwendungen.
  • Weniger operative Hürden: Der Wegfall zusätzlicher Übertragungsmechanismen reduziert die administrative Komplexität beim grenzüberschreitenden Datenaustausch deutlich.

  • Skalierbare Expertise: Die etablierten GFT-Teams in Brasilien unterstützen bereits heute europäische Kunden und sind bestens aufgestellt, um die wachsende Nachfrage infolge des Angemessenheitsbeschlusses flexibel zu bedienen.

Zusammen verändern diese Faktoren die Kosten-Nutzen-Gleichung von verantwortungsvoller KI. Ressourcen, die bislang für das Management von Übertragungs- und Haftungsrisiken gebunden waren, können gezielt in die Verbesserung der Modellqualität, die Stärkung der Governance sowie den von Anfang an vertrauenswürdigen Aufbau von KI-Systemen investiert werden.

Diese Vorteile passen perfekt zu GFTs mehrfach ausgezeichneter Herangehensweise an Datenschutz und Responsible AI, wie sie sich in unserem AI Center of Excellence sowie in unseren Leitlinien für Responsible AI widerspiegelt.

Den vollständigen Angemessenheitsbeschluss zum Datenschutz zwischen der EU und Brasilien finden Sie hier.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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Ernst-Oliver Wilhelm

Chief Privacy Officer
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